Marktbericht

Blauzunge und stricklose Vermarktung

 

Preisstabilität, erste Auswirkungen der Blauzungenkrankheit und erste stricklose Vermarktung waren die Schlagwörter für den jüngsten Großviehmarkt in der Oberlandhalle.

Ein Aufzüchter konnte 10 Stiere nicht auftreiben, da sein Betrieb neuerdings im Blauzungensperrgebiet im Landkreis Pfaffenhofen liegt und die Zeit vor dem Markt für die entsprechenden Untersuchungen zu kurz war. Die 15 verbleibenden Stiere waren von guter Qualität und gefragt. 2 Remmel-Söhne, „Ricola“ und „Rauch“, von Fam. Grad aus Brannenburg und Hans Rauchenberger aus Lenggries gingen an die CRV in Wasserburg und den Besamungsverein Neustadt/Aisch für 15400.- bzw. 3600.- Euro. Ebenfalls 3600.- Euro war Seewalchen-Sohn „Shigani“ von Familie Wimmer aus Miesbach der Bayern-Genetik wert.

 

Grad

Kat. Nr. 2 "Ricola": Grad Johann, St. Margarethen / Käufer: CRV Deutschland

 

„Ricola“ ist, im Gegensatz zu seinem Vater und vieler seiner Halbbrüder, erbfehlerfrei, stammt aus einer altbekannten Kuhlinie und hat sehr gute genomische Zuchtwerte (Platz 22 unter 488 Halbbrüdern).

 

Rauchenberger

Kat. Nr. 3 "Rauch": Rauchenberger Johann, Rieschenhöfe / Käufer: Besamungsstation Neustadt/Aisch

 

„Rauch“ stammt aus einer Kuhlinie mit vielen Schautieren und hat einen sagenhaften Euterzuchtwert von 130. „Shigani“ kommt aus einer sehr seltenen Vaterlinie, hat ordentliche Zuchtwerte und sehr leistungssichere mütterliche Vorfahren. Auch die Natursprungstiere erzielten mit gut 1900.- Euro einen ordentlichen Durchschnitt, bei einer Spannweite von 1500.- bis 2350.- Euro. P* für natürliche Hornlosigkeit wirkte sich dabei verkaufsfördernd aus.

 

Bei den Jungkühen gab es erstmals die Möglichkeit die Tiere freilaufend ohne Strick zu versteigern. Bei 26 Tieren wurde von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Diese Premiere kann insgesamt als geglückt angesehen werden, wenn es auch beim technischen Ablauf noch Verbesserungspotential gibt. Die 110 verkauften Jungkühe erreichten mit 1664.- Euro nahezu das Niveau des Vormarktes, obwohl die Qualität und die Tagesmilchmenge etwas niedriger waren. Die Preisstreuung ging von 1020.- bis 2350.- Euro.

Besonders begehrt waren die 8 vorgezogenen Jungkühe der Wertklasse IIa. Sie brachten ihren Besitzern im Mittel 2108.- Euro ein. Die teuersten Tiere stammten von Franz Bernöcker aus Hausham, Sigmund Heiss aus Miesbach und Familie Schönauer aus Wackersberg. Die neuen Arbeitsplätze dieser Spitzentiere liegen im Verbandsgebiet, in Holland und in Ungarn.

Eberl

Eberl Johann, Arget (1. IIa-Jungkuh)

 

Niederthanner

Niederthanner Christian, Zain (2. IIa-Jungkuh)

 

Gerg

Gerg Georg, Rain (3. IIa-Jungkuh)

 

Bernoecker

Bernöcker Franz, Stadlberg (4. IIa-Jungkuh)

 

Heiss

Heiss Sigmund,Potzenberg (6. IIa-Jungkuh)

 

Gute Bio-Kühe sind gesucht und auch gut bezahlt. Da auf diesem Sektor von 15 angemeldeten nur 6 tatsächlich aufgetrieben wurden, konnte die Nachfrage nicht befriedigt werden. Bei 26,5 kg Tagesgemelk wurde im Schnitt 1786.- Euro bezahlt. 19 Jungkühe kosteten über 2000.- Euro, während 8mal die 1300.- Euro nicht erreicht wurden. Geringe Milchleistung, Melkbarkeit oder Zellgehalt waren die Ursachen für Mindererlöse.

In der Käuferstatistik blieben 38 Stück im Verbandsgebiet. 35 Tiere wechselten ins restliche Bayern, 1 in den Norden der Republik. Die restlichen 55 Tiere verteilen sich auf Belgien, die Niederlande, Südtirol und Ungarn.

 

Der nächste Markt in der Oberlandhalle findet in 4 Wochen, am 27.03.2018, statt.

 

Zur Marktanmeldung

 

Zuchtverband für obb. Alpenfleckvieh Miesbach e.V.
Zuchtverband 1
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